Galaxy Watch

Vor einiger Zeit experimentierte ich mit verschiedenen Smartwatches. Einige davon sind hier im Blog besprochen worden, andere fallen in die Zeit ohne Beiträge. Ein Jahr hatte ich die Samsung Gear S3 Classic am Arm. Na den guten Erfahrungen damit war ich gespannt auf die „neue“ Samsung Galaxy Watch. Seit einigen Wochen habe ich die nun und berichte was es damit auf sich hat, warum ich denke, dass es DIE Smartwatch ist.

Akku

Ein wichtiger Aspekt bei diesen neumodischen Uhren ist der Akku und dessen Laufzeit. Die Pebble, die Ur-Smartwatch kam auf 10 Tage Laufzeit. Die erste Android-Uhr, die Moto 360 auf kaum einen halben Tag. Die erste Generation von Uhren mit Googles Betriebssystem auf so ca. einen Tag. Einige Ausnahmen, die Sony SW3 und die Huawai Watch auf 2 Tage. Die erste Apple Watch schaffte 18h. Inzwischen ist der Wert für bei 2 bis 3 Tagen. Für mich ist ein Wert von 3 Tagen ok. Da muss man nicht jeden Tag an die Ladestation, kann die Uhr in der Nacht den Schlaf tracken lassen und trotzdem stellt sich eine Routine ein. Viel längere Laufzeiten bergen die Gefahr, dass man diese Routine verliert oder nicht findet. Das ist dann blöd, weil man ggf. überrascht wird. Die Galaxy Watch verspricht bis 5 Tage, realistisch sind 3, manchmal 4. Das aber mit allen Features aufgedreht. Puls aller 10 Minuten, Ticken des Sekundenzeigers, allerlei Notifications und was sonst noch geht. Normal ohne nennenswerte Einschränkungen.

Software

Es gab vor der Galaxy Watch schon smarte Uhren. Eine mit Android Wear. Die anderen waren in der Gear Reihe und nannten sich S2, S3 (Classic und Frontier) und die Gear Sport. Diese Uhren liefen schon mit einem Betriebssystem namens „Tizen“ was Opensource ist und unter der Linux Foundation beheimatet. Ich meine mich erinnern zu können, es wurde von Samsung entwickelt. Die neue Galaxy Watch läuft mit der neusten Version, 4. Im Vergleich der schlauen Uhren gibt es iOS für Uhren (WatchOS), WearOS von Google und einen Haufen proprietärer Systeme. Fitbit hat ein eigenes OS für das man Applikationen schreiben kann, für iOS und WearOS sowieso. Das alles geht auch für Tizen, aber es gibt relativ wenige Apps. Ich konnte mich mit speziellen Apps abseits von Stoppuhr und so Sachen eh nie anfreunden. Die Uhr soll einfach den Griff zum Telefon sparen, weil sie Benachrichtigen anzeigt. Apps für alle möglichen Dinge brauche ich nicht wirklich, das mag jeder anders sehen. Zudem funktionieren die installierten Apps wie Mail und SMS wohl auch nur mit Samsung Telefonen. Die Bedienung über die Knöpfe ist durchdacht, manchmal glaube ich aber, sind sollten vertauscht sein. Die drehbare Lünette der Uhr ergänzt das in unerreichter Weise. Das OS ist genau auf diese physikalischen Elemente abgestimmt.

Sensoren

Ein Aspekt an den Samsung Uhren sind die Fitness-Tracker. Ok, in meinem Fall reicht ein Blick in die Spiegel. Aber ich messe gern allerlei Dinge, weil ich meine, da irgendwas ablesen zu können. Erhöhter Puls deutet an, dass das Kratzen im Hals zur Erkältung wird. Schlafqualität ist wichtig. Schritte eh, um nicht vollens den Überblick zu verlieren. All das kann die Galaxy Watch zusammen mit Samsung Health deutlich besser als WearOS als Vergleich. Google gibt an der Stelle zwar Gas, aber noch immer kein Vergleich mit speziellen Trackern wie denen von Fitbit zum Beispiel. Anders die Samsung Galaxy Watch. Hier findet man alle Messwerte und diese sind zuverlässig und vergleichbar mit Fitbit. Schritte, Puls, Schlaf, Etagen auf der Treppe und sogar Stress. Alles schick in Samsung Health, aber nicht exportierbar nach Google Fit. Zumindest nicht ohne extra Software. GPS in der Uhr, wenn man Outdoor laufen geht ohne Uhr. Musik kann von der Uhr auf ein paar Kopfhörer geschickt werden. Es gibt eine Tonne spezieller Aktivitäten die die Uhr erkennt und selbstständig erfasst. Das fängt bei „Spazieren gehen“ an und hört wohl bei Training im Studio auf. Die Uhr ist nun wasserdichter als zuvor, 5 ATM steht dran. Das reicht für Schwimmen. Man sollte allerdings beachten, dass ein direkter Strahl Wasser aus dem Wasserhahn oder der Dusche das schon toppen kann.

Optik

Auch wenn anzunehmen ist, dass dem Träger einer Smartwatch die Optik nicht so sehr wichtig ist, spielt sie bei einem Gerät was man offen sichtbar und immer trägt schon eine Rolle. Die Pepple schaute aus wie ein Plastikteil aus dem Kaugummi-Automat. Es gibt inzwischen edle Geräte von angesehenen Uhrenherstellern. Eine Apple-Watch versucht gar nicht, wie eine Uhr auszusehen. Die Galaxy Watch ist irgendwo in der Mitte. Ich habe die große 46mm Version und wenn man das Always-On-Display anmacht, kann man das auf den ersten Blick für eine „richtige“ Uhr halten. Die Uhr ist in Silber und Schwarz gehalten, das Silikonband ist halbwegs ok, aber ich werde es gegen ein Band aus Leder tauschen. Ich denke, dann kann man die Uhr auch als älterer Nerd tragen ohne direkt aufzufallen. Kommt man Ende ja auch auf das Ziffernblatt an. Irgendeinen Vergleich mit einer wirklichen und etwas hochwertigen Uhr muss man nicht anstellen, das ist sinnlos.

Fazit

Die Samsung Galaxy Watch ist eine Uhr die in allen Disziplinen der Vermessung des Ichs gut abschneidet. Ausgereifte Software trifft auf sparsame Elektronik und ermöglicht damit Laufzeiten die in der Kombination bislang selten bis gar nicht vorhanden war.