Teufel Aureol Massive

Neulich beschrieben, sind die Headphones von Teufel nun geliefert worden. Direkt bei Teufel im Online-Shop gekauft, zum Winter-Sale-Preis von 59,90€. Teufel Aureol Massive nennen sich die Teile. Ursprünglich zum Test geordert, werden sie nun wohl am Kopf fest wachsen. Top Geräte. Top Sound und gute Verarbeitung. Die Details im Einzelnen:

Sound

Die zu testenden Produkte wurden an den schon viel früher beschriebenen Fiio E7 DAC Amplifier geklemmt. Der hat 2 Ausgänge. Man kann also prima schnell zwischen  den Kopfhörern wechseln. Zur Auswahl standen der ebenfalls besprochene Monster Beats Solo HD, der BEYERDYNAMIC DT-770 Pro , ein freundlich zur Verfügung gestellter AKG K 540 Kopfhörer und der neue Teufel. Am iTunes Plattenteller ein extrem hochwertiges Musikstück in Studio-Master-Qualität. Namentlich 192kHz/24Bit Material. Freilich kann man das nicht über USB abspielen, es kommt also nicht so hoch aufgelöst raus. Mir ist, das Maximum ist dann 48kHz/24Bit über USB2.0. Jedenfalls die höchste Qualität die man haben kann. Da wurde all das Zeug angeschlossen und zu zweit Probe gehört. Das Resultat war klar, die Monster Beats Solo HD schneiden mit dem klassischen Musikstück am schlechtesten ab. Allerdings nur im direkten Vergleich. Für elektronisch Musik und anderes, vor allem portabel sind es fantastische Kopfhörer. Starke Bassbetonung, steht auch drauf. Weniger luftige Höhen, kaum räumliche Bühne. Aufgrund der Bauweise aber weniger verwunderlich. Es ist On-Ear Headphones die gegen viel größere Over-Ear Bausweisen antreten mussten.

Direkt dahinter kommen die DT770Pro von Beyerdynamic. Allerdings kann es sein, dass diese zu unrecht schlecht weg kommen. Im Gegensatz zu den anderen Test-Objekten haben die nämlich 80 Ohm. Das bedeutet, sie sind deutlich leiser. Der Amp steht normal auf VOL=20, für die Headphones müsste man ihn auf 30-35 drehen. Das sprengt aber den anderen mit 32 Ohm dann die Membranen weg. Ein vernünftiger Vergleich ist also nicht direkt möglich. Die DT 770 sind nämlich sonst spitzenklasse :D

Der AKG 540 hat wie der Beyerdynamic eine sehr kalte und neutrale Wiedergabe. So sind eben die Studio-Kopfhörer.  Sollen sie auch, anderes macht keinen Sinn. Wer da drauf nicht klar kommt, sollte sich keine Studio-Teile kaufen. Da machen dann spaßig abgestimmte Consumer-Geräte Sinn. Wie die Monster Beats zum Beispiel. Die AKG Headphones bieten einen luftigen Klang, eine gute Räumlichkeit und feine Höhen. Dafür wurde vom Tester fest gestellt, dass das fein am Papier ist, aber in der Realität würde er sich mehr Bass wünschen. Mit einem Equalizer in der Abspielsoftware kann man kaum vernünftige Ergebnisse erzielen. Über einen Verstärker mit parametrisiertem EQ verfügte die Zeilperson nicht. Am Fiio E7 kann man immerhin den Bass in 4 Stufen (0,1,2,3) einstellen. Aktuell steht da eine 2. Also schon recht starke Verstärkung, das geht ohne den Klang zu verfälschen.

Zuletzt die Teufel Aureol Massive. Der Klang ordnet sich zwischen dem Beyerdynamic und dem AKG ein. Die Wiedergabe ist sauber, Bässe werden sauber wieder gegeben und auch Höhen sind gut zu erkennen. Speziell Bässe kommen auch bei der Stufe 3 des Verstärkers noch sauber, auch bei großen Lautstärken. Die Isolation von Umgebungsgeräuschen ist top. Mehrfach kam jemand ins Zimmer und sprach, es war nichts zu hören. Der Klang ist nicht zu neutral, nicht in eine Richtung driftend. Ideal, will man sagen. Und das um 60 Euro.

Verarbeitung und Haptik

Bei Gerätes eines bestimmten, höheren Wertes kommt eine gewissen Bedeutung der Verarbeitung zu. Die Kopfhörer von Teufel sind massiv, wie der Name schon andeutet. Das Kopfband ist dick, mit weichem Kunstleder überzogen. Kaum gepolstert, aber da es recht breit ist, nicht notwendig. Die Federkraft ist erträglich, der Kopf wird nicht zu stark gepresst. Trotzdem sitzen sie recht fest und fallen sicher nicht runter. Die Verstellung für die Kopfgröße ist leichtgängig und ändert beim Tragen nicht. Es gibt einen Faltmechanismus. Die Ohrmuscheln können nach innen geklappt werden und der Kopfhörer nimmt so viel weniger Volumen ein. Er kann dann in die Kunstledertasche verpackt werden, die mit geliefert wird. Das Kabel ist an der linken Seite zu befestigen. Es handelt sich um einen 3,5mm Anschluss mit Arretierung im Stecker. Das Kabel kann also nicht durch ziehen aus der Buchse rutschen oder wackeln. Es werden 2 Kabel mit geliefert, ein Spiralkabel und ein glattes, 3m langes Kabel. Es sind an beiden Kabeln abgewinkelte 3,5mm Stecker vorhanden. Ein schraubbarer Adapter für 5,4mm Anschlüsse ist dabei.

Es handelt sich größtenteils um Plastik an den Ohrmuscheln. Ein Kunststoff oder Kunstleder Polster ist angebaut. Meine Ohren passen komplett rein, es drückt nichts, es gibt keinen zu großen Hitzestau unter den Muscheln. Ich trug sie praktisch 8h an nun 3 Tagen und konnte zu keiner Zeit irgendein unangenehmes Gefühl ausmachen. Allerdings ist es auch Winter und der Hitzestau kommt meist erst im Sommer zum Tragen. Warten wir diesen ab.

Mein Plan, das Kabel durch das ‚ControlTalk‘ Kabel von den Monster Beats zu ersetzen, geht auf. Durch die normalen Stecker an der linken Muschel klappt das einwandfrei. Man könnte also die Headphones auch mobil nutzen. Durch ihre Größe ist das vielleicht nicht so empfehlenswert. Wenn, könnte man sie als Teil einer Freisprech-Installation nutzen. Das Kabel hat eine viel geeignetere Länge und man kann die Wiedergabe steuern. Dafür schaut man merkwürdig aus auf der Strasse. Die Isolation nach außen hin ist auch nicht so gut, dass nicht der ganze Bus mitbekommen würde, dass man Scooter hört. Also doch eher für innen und stationär.

Fazit: Empfehlenswerte Kopfhörer für recht kleines Geld. Klangtechnisch können sie mehr als doppelt so teuren Geräten das Wasser reichen.