Nexus 7 – Die Rückkehr von Android

Wenn man als Hobby „Gadget Sammeln“ angibt, dann ist man kreativ im Erfinden von Gründen, warum man dieses oder jenes Gerät plötzlich braucht. So gesehen ist das nicht wirklich notwendig, immerhin besser als das Geld versaufen oder anderweitig unnütz verballern. So war klar, wenn die Nachricht ein trudelt, das Google Nexus 7 sei in Deutschland erhältlich, muss es her. Der amtlich Grund ist: Man benötigt zwingend ein Device, welches einen kleineren Formfaktor hat als das iPad. Und zudem auch billiger ist. Das recht teure und große iPad kann man nicht vernünftig im Bis nutzen. Aha. Soso. Nunja, oder aber, man muss mal wieder einen Blick auf Android werfen und die Neuerungen dort bewundern.

Bereits vor geraumer Zeit fand der Author dieser Zeilen Android schon mal fein. Dies äußerte sich in einem Acer Android Gerät, welchem bald das damalige Flagschiff, das Samsung Galaxy S folgte. Die sonderbare Update-Politik der Hersteller von Android-Geräten führte dann zurück zum iPhone. Nun ist das Nexus 7 von Asus fabriziert. Eine Firma, die höheres Ansehen genießt, da sie das schicke Ultrabook herstellt, welches keinen Anlass zum Klagen gibt. Von der Software-Seite ist mit einem Nexus Gerät immer am weitesten vorn. Es rennt ein unmodifiziertes Google Android, Updates kommen immer sofort und ohne jede Verzögerung. Zudem kann man halbwegs sicher sein, dass die Versorgung auch noch eine Weile sicher gestellt ist. Selbst das Nexus One läuft auf Android 4.1.1, glaube ich.

So trug es sich also zu, dass das Teil sofort nach Bekanntwerden der Verfügbarkeit bestellt wurde und wenige Tage später auch bei einer freundlichen Nachbarin von DHL abgegeben wurde. Es heißt, ab Montag dem 3. September 2012 wird es auch bei Saturn und Konsorten gehandelt. Dann aber ohne den 20€ Playstore-Gutschein, meint man. Seit Freitag ist es in Benutzung, der Akku wurde bisher einmal geladen und es ist immer noch gut Strom drauf. Die Benutzung ist freilich etwas mehr als üblich, weil neu. Also von der Seite der Akkulaufzeit schaut es gut aus. Zur Performance lässt sich nichts sagen, mangels vergleich. Der 7″ Formfaktor ist ziemlich cool. Etwas größer als das Kindle. Man kann es gut in einer Hand halten und mit der anderen Hand bedienen. Display ist grandios, nicht so grandios wie das Retina-Display, aber für die Größe fein. Verarbeitung ist top, Design ist auch gut. Nur fehlt eine klare Markierung wo „oben“ ist. Gern nimmt man es verkehrt in die Hand. Es fehlt Mobilfunk, aber mit Tethering vom Telefon wird das zu lösen sein. Der ultimative Praxistest im Bus steht noch aus, aber morgen ist Montag.

Das aktuellste Android, Version 4.1.1 macht einen guten Eindruck. Es laufen die ehemals gekauften Apps noch, es gibt einen Haufen verwendbarer Apps im Playstore. Wenn man sich mit Android auskennt, hält sich der Schock über die wenig durchgängigen Designs der Apps in Grenzen. Einige Apps schauen aus, als wären die dafür gemacht. Flipboard zum Beispiel. Oder auch der Reader HD ist zu erwähnen. Die neuen Features von Android Jelly Bean müssen sich noch anlernen, wie Google Now oder erst mal überhaupt in Deutschland etablieren, wie die Sprachsuche, die nur mit dem Knowlegde Graph richtig funktioniert. Der Rest ist wie gehabt unproblematisch. Man kann Mails aller Provider und Kalender aller Sorten synchronisieren, einzig propertitäre Lösungen wie iMessage von Apple gibt es halt nicht. Aber die Kalender von der iCloud stellen kein wildes Problem dar.

Es wird sich zeigen, ob das Teil nun hält was es verspricht. Zumindest ist die Investition nicht so dramatisch wie bei den edlen Geräten vom Apfel. 200 bzw. 250 Steine für 8GB oder 16GB muss man dem Händler hin geben, was eigentlich wenig ist, für die gebotene Leistung. Ich werde weiter berichten…